Pressefreiheitspreis

Ein Preis. Eine Verpflichtung.
Verantwortung und Auftrag der freien Presse ist es, die Menschen mit sorgfältig recherchierten, unabhängigen und verlässlichen Informationen und hochwertigem Wissen zu versorgen. Nur auf diesem Fundament können sie sich wirklich eine freie Meinung bilden. Die Voraussetzungen für journalistisches Arbeiten aber und damit für einen zentralen Aspekt von Freiheit haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert – auch in Deutschland selbst. Das Bündnis Zukunft Presse aus MVFP und BDZV würdigt deshalb mit dem Pressefreiheitspreis herausragende Journalistinnen und Journalisten, Persönlichkeiten und Organisationen, die unter schwierigen Bedingungen für Pressefreiheit, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Informationen stehen. Denn unabhängiger Journalismus ist unentbehrlich für jede freie Gesellschaft und die Menschen, die in ihr leben.  

Freiheit muss verteidigt werden.
Wir lernen es in diesen Monaten überall auf der Welt: Freiheit ist nicht garantiert, sie ist nicht naturgegeben, sondern sie muss jeden Tag verteidigt werden – gerade von uns, den Presseverlagen. Angesichts einer systematischen Verwischung der Grenzen zwischen Fakten und Desinformation, zwischen Wirklichkeit und manipulierten Wahrheiten in den sozialen Massenmedien ist es uns als Bündnis Zukunft Presse wichtig, Menschen sichtbar zu ehren, die diesen Journalismus mit großer Leidenschaft verkörpern: die recherchieren, einordnen und veröffentlichen, selbst dann, wenn Fakten umkämpft sind, Propaganda dominiert oder persönliche Risiken steigen. In einer Zeit, in der Algorithmen und monopolistische Tech-Strukturen öffentliche Debatten durch manipulative Empörung prägen, braucht es den unabhängigen Journalismus der Verlagspresse mit Tageszeitungen, Publikumsmagazinen, Fachpresse und konfessionellen Medien, der

  • vor Ort berichtet, statt aus sicherer Distanz zu spekulieren,
  • beharrlich recherchiert, statt Trends hinterherzulaufen,
  • prüft und einordnet, statt zu dramatisieren,
  • Wahrheit verteidigt, auch gegen Druck, Drohungen und Repression.

Der Pressefreiheitspreis ehrt deshalb diejenigen, die durch ihre Arbeit für die Freiheit der Presse und damit für die Freiheit der Meinung stehen. Wir ehren Kolleginnen und Kollegen, die in ihrer Arbeit zeigen, was professioneller Journalismus im Kern ist: Verantwortung, Verlässlichkeit und Vielfalt.

Ein Impuls für die Branche.
Journalistische Leistung entsteht nicht von selbst, sie braucht den Rückhalt von Verlegerinnen und Verlegern, von Unternehmen. Und sie braucht eine ökonomische Basis. Der Preis ist auch ein Signal der Branche an die Politik und in die Gesellschaft:

  • Investitionen in die Transformation sind Investitionen in demokratische Infrastruktur. Reporterinnen und Reporter vor Ort im In- und im Ausland, professioneller Journalismus und seine Infrastruktur verlangen von Unternehmen hohe Investitionen.
  • Rückenwind für Redaktionen ist Rückhalt gegen die Erosion: Wer Reporterinnen und Reporter stärkt, stärkt Glaubwürdigkeit und Bindung unserer Medien.

Die Freiheit der Presse ist in Gefahr – und damit die Freiheit an sich. 
Deshalb wird das Bündnis Zukunft Presse

  • mit dem Pressefreiheitspreis 2026 Kolleginnen und Kollegen ehren, die unter schwierigsten Bedingungen für die Werte der freien Presse, für die Unabhängigkeit und Verlässlichkeit journalistischer Arbeit einstehen,
  • aus Anlass des Internationalen Tags der Pressefreiheit (3. Mai 2026) den mit 10.000 Euro dotierten Preis verleihen, und zwar am 6. Mai 2026 in der Vertretung des Freistaats Bayern in Berlin,
  • die Chefredakteurinnen und Chefredakteuren der unter seinem Dach verbundenen 500 Medien bitten, in den kommenden Wochen ihre Vorschläge für herausragenden, mutigen, entschlossenen Journalismus zu nominieren (Einsendeschluss: 6. März 2026).

Ursprung und Auftrag.
Seit dem islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 initiiert der MVFP jährlich die Pressefreiheitskampagne und zeichnet herausragende und mutige Persönlichkeiten für ihr besonderes Engagement aus. Bisherige Preisträger: Peter Bandermann, Farida Nekzad, Ana Lilia Perez, Can Dündar, Ensaf Haidar, Daphne Caruana Galizia, Ján Kuciak, Reporter ohne Grenzen, Investigative Center of Ján Kuciak (ICJK), Düzen Tekkal, Susanne Koelbl und Paul Ronzheimer.