Eine Initiative von BDZV und MVFP

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500 Verlage – 9.000 Medien – Eine starke Stimme

Das „Bündnis Zukunft Presse“ ist eine Initiative des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger und des Medienverbands der freien Presse. Gemeinsam vertreten sie die Interessen von über 500 Verlagen mit rund 9.000 redaktionellen Marken und Produkten. Ziel des Bündnisses ist es, durch eine starke gemeinsame Marke den politischen Wirkungsgrad der freien Presse zu erhöhen und die Grundlage für einen zukunftssicheren Journalismus in Deutschland zu schaffen.


Die medienpolitischen Kernforderungen

Zum Start des „Bündnis Zukunft Presse“ legen BDZV und MVFP eine gemeinsame Denkschrift vor. Sie unterstreicht die Bedeutung der Presse als systemrelevante Infrastruktur der Demokratie und adressiert die Schritte zur Sicherung der Institution der freien Presse, die jetzt notwendig sind:

  • Belastungsstopp: Das „Bündnis Zukunft Presse“ fordert einen Belastungsstopp für digitale und gedruckte Presseprodukte bei allen staatlichen Regelungen, die die Branche betreffen, um professionelle redaktionelle Angebote künftig zu sichern. Maßnahmen wie Werbeverbote, Einschränkungen des Telefonmarketings, Entwaldungsverordnung etc. bedrohen Voraussetzungen freier, privater Presse.

  • Mehrwertsteuer senken – Presse finanzierbar machen – Journalismus stärken: Durch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 0 Prozent müssen digitale und gedruckte Presseangebote finanziell gestärkt werden, damit der qualitativ hochwertige, verlässliche Journalismus der Verlage auch unter den Marktbedingungen der digitalen Welt finanzierbar ist.

  • Plattform-Dominanz begrenzen – Vielfalt herstellen – Urheberrechte schützen: Um die diskriminierungsfreie Vielfalt und Sichtbarkeit journalistischer Inhalte zu sichern, müssen Plattform-Monopole konsequent begrenzt werden. Für den notwendigen Schutz der Urheberrechte an den redaktionellen Inhalten der Verlagsmedien gegen ungenehmigte KI-Verwertung müssen Quellennachweispflicht der KI sowie Verfügungs- und Vergütungsrecht der Verlage zweifelsfrei normiert werden.

  • Keine öffentlich-rechtliche Presse – Wettbewerb schützen – Marktchancen erhöhen: Der Kernauftrag öffentlich-rechtlicher Medien muss auf die Grundversorgung begrenzt bleiben, um faire Marktchancen für die freie Presse zu sichern.

Matthias Ditzen-Blanke

Vorstandsvorsitzender des BDZV und Bündnissprecher

„Meinungsfreiheit braucht Fakten. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jede noch so falsche Behauptung ungefiltert in die Welt gesetzt werden darf. Eine fundierte Meinung setzt voraus, sich ein möglichst objektives Bild zu machen, verschiedene Quellen zu prüfen und auf Basis von Fakten zu urteilen. Die deutsche Presselandschaft ist eine der vielfältigsten der Welt. Sie vereint mehrere tausend redaktionelle Marken und Produkte, die ein unverzichtbares Angebot an verlässlicher Information und Meinungsvielfalt sichern. Mit dem Bündnis vereinen wir diese Kräfte, um die freie Presse nicht nur zu schützen, sondern auch zukunftsfähig zu machen. Damit senden wir ein klares Signal an die Politik wie an die breite Öffentlichkeit.“

Lars Joachim Rose

Vorstandsvorsitzender des MVFP und Bündnissprecher

„Demokratie braucht viele Stimmen – und eine freie Presse, die Fakten prüft, unterschiedliche Perspektiven einordnet und Verantwortung für das übernimmt, was sie veröffentlicht. Unser Verlag publiziert seit 1843. Sein Gründer Wilhelm Wenzel Klambt, mein Urururgroßvater, geriet wegen seiner Kritik am Obrigkeitsstaat und an gesellschaftlichen Missständen mehrfach mit dem Staat in Konflikt, wurde inhaftiert und hielt dennoch an seiner liberalen Haltung fest. Diese Geschichte erinnert mich daran, dass publizistische Freiheit niemals selbstverständlich ist. Heute verändern Plattformen, Algorithmen und künstliche Intelligenz grundlegend, wie Öffentlichkeit entsteht. Umso wichtiger sind Medien mit einem erkennbaren Absender, die Verantwortung für ihre Inhalte übernehmen. Die Presse ist dabei unteilbar: Publikumsmedien, Fachmedien und konfessionelle Medien erfüllen unterschiedliche publizistische Funktionen und erreichen Menschen mit verschiedenen Interessen und Lebenswelten. Gerade dieses Nebeneinander freier, professioneller und vielfältiger Medien stärkt unsere Demokratie.“